Talk mit BMWi-Staatssekretär Marco Wanderwitz

Bericht zum Clubhouse-Talk zur Corona-Wirtschaftskrise.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Wirtschaft? Wie geht es für die Unternehmen weiter, die immer noch geschlossen sind? Darüber diskutierte Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, auf Clubhouse mit Vertretern des Bundesverbandes der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) und dem Publikum. Von Seiten des BDWi nahmen neben Präsident Michael H. Heinz und Vizepräsident Friedrich P. Kötter auch Bundesgeschäftsführer Ralf-Michael Löttgen teil, der die Veranstaltung moderierte.

Öffnungsperspektiven

Löttgen und Heinz machten deutlich, dass es für Branchen, die komplett geschlossen sind, wirtschaftlich besonders schwierig ist. Grundsätzlich sind aber alle Unternehmen vom Lockdown betroffen, weil Mitarbeiter Kinder betreuen und darum nicht arbeiten können, viele Kunden mit Aufträgen und Bestellungen zurückhaltend sind und die Behörden nur eingeschränkt ansprechbar sind. Darum sei es sinnvoll,  bei den Öffnungsszenarien nicht nur auf die Inzidenzwerte zu schauen, sondern auch Kriterien wie die Belegung der Intensivbetten zu berücksichtigen. Wenn schon Schnelltests vorgeschrieben werden, müssen es diese auch ermöglichen, am selben Tag einzukaufen und die Gastronomie aufzusuchen.

Wanderwitz warb für vorsichtige Öffnungen. Er habe Verständnis für die Situation der betroffenen Unternehmen. Aber in vielen Regionen seien Öffnungen zurzeit nicht möglich. So betragen zum Beispiel die Inzidenzwerte jenseits der sächsischen Grenze mehr als 700. Das habe auch Auswirkungen auf Sachsen. Für die betroffenen Unternehmen seien Öffnungen, die sich mit erneuten Schließungen abwechseln viel belastender als spätere, aber dafür zuverlässige Schritte. Er befürworte die Idee, Schnelltests mit Einkaufsmöglichkeiten oder dem Zugang zu Dienstleistungen zu verknüpfen. In Regionen mit hohen Inzidenzen in Sachsen sei zurzeit auch für den Friseurbesuch ein Schnelltest erforderlich.

Versicherungsvermittlung

Heinz schilderte, dass sich die wirtschaftliche Situation von Versicherungsvermittlern verschlechtert habe. Sowohl bei Unternehmens- als auch bei Privatkunden mache sich die Corona-Krise bemerkbar. Das bedeutet weniger neue Abschlüsse und mehr Kündigungen von Versicherungen.  

Sicherheitswirtschaft

Kötter wies darauf hin, dass ein Teil der Sicherheitswirtschaft überhaupt keine Geschäfte machen würde. Das gelte zum Beispiel für den Veranstaltungsbereich. Die Öffnung der Museen sei für diese Unternehmen eine gute Nachricht. Unternehmen, die im Luftsicherheitsbereich tätig sind, erzielen erheblich geringere Umsätze. Hinzu käme, dass für Unternehmen, deren Mitarbeiter nicht an einem festen Standort tätig sind, die geplanten, regelmäßigen Schnelltests nur mit erheblichem Aufwand zu bewerkstelligen sein werden.

Belastungsmoratorium

Heinz und Kötter warben für den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ein Belastungsmoratorium für die Wirtschaft einzurichten. Unternehmen aus nahezu alle Branchen seien aktuell in einer schwierigen Situation. Zusätzliche Regulierung käme zur falschen Zeit. Dem stimmte Wanderwitz zu.  

Fazit

Die Teilnehmer bedankten sich bei Staatssekretär Wanderwitz. Der BDWi wird in Zukunft weitere Clubhouse-Talks organisieren.

Aktuelles

Hier finden Sie die Frage des BDWi und die Antworten von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP.