Gespräch mit Dr. Johanna Börsch-Supan (BMBF)

Diskutiert wurde u.a. zur Exzellenzinitiative Berufliche Bildung und der Fachkräftestrategie der Bundesregierung.

Vertreter der BDWi-Mitgliedsverbände führten ein Gespräch mit Dr. Johanna Börsch-Supan. Sie ist Abteilungsleiterin „Allgemeine und berufliche Bildung; Lebensbegleitendes Lernen“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung. In dem Gespräch ging es um die Herausforderungen bei der Aus- und Weiterbildung, den Fachkräftemangel, die Exzellenzinitiative Berufliche Bildung, die Anfang Dezember vorgestellt werden soll, und die Fachkräftestrategie der Bundesregierung.

Alle BDWi-Teilnehmer machten deutlich, dass ihre Mitgliedsunternehmen von Fach- und Arbeitskräftemangel betroffen sind. Eine Herausforderung ist, zukünftige Mitarbeiter passgenau anzusprechen, zum Beispiel über Social-Media. Alle beteiligten Branchen bieten Ausbildungsberufe an. Die Exzellenzinitiative Berufliche Bildung verfolgt unter anderem das Ziel, die Berufsorientierung zu stärken, damit alle jungen Menschen ihr Potenzial bestmöglich entfalten können. Auch für viele Abiturienten kann eine berufliche Ausbildung der richtige Weg sein. Der Trend zum Abitur ist ungebrochen. In Hamburg beträgt deren Anteil an den Schulabgängern 51 Prozent und er steigt weiter. Dem steht eine Studienabbrecherquote von über 50 Prozent gegenüber.

Eine grundsätzliche Frage stellt sich zur Gegenüberstellung von ausdifferenzierten Ausbildungsberufen und generalistischen Ausbildungen. Die Antwort kann je nach Branche unterschiedlich ausfallen. Aktuell stellt sich die Frage beim Gartenbau und den Baumschulen.  

Für die Versicherungsvermittlungsbranche ist die Weiterbildung gesetzlich vorgeschrieben. Das ist zwar ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Es erleichtert aber auch die Gewinnung von Fachkräften.

Für die Sicherheitswirtschaft besteht die Herausforderung, das zwischen der Einstellung und dem Einsatz neuer Mitarbeiter oft viel Zeit vergeht; in manchen Fällen bis zu sechs Monaten. Darum springen viele wieder ab. Die teilweise langen Wartezeiten liegen darin begründet, dass es zu Verzögerungen bei der Eintragung in das Bewacherregister und den Terminen für die gesetzlichen Tätigkeitsvoraussetzungen Unterrichtung oder Sachkundeprüfung kommt.  

Teilgenommen haben: Ralf-Michael Löttgen (BDWi), Matthias Bannas (BDWi), Marius Tegethoff (BdB), Martin Hildebrandt (BDSW), Frank Schimmel (BDSW), Corvin Kosler (BDVM) und Anja Kahlscheuer (BVK).  

Foto BMBF

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