Mitglieder des Bundesverbandes der Dienstleistungswirtschaft trafen mit dem fachpolitischen Sprecher für Arbeit und Soziales der CSU im Bundestag, Peter Aumer MdB, zu einem Gespräch zusammen. Vor dem Hintergrund der Seeon-Beschlüsse berichteten die Verbandsvertreter über aktuelle arbeitsmarkt- und sozialpolitische Themen aus ihren Branchen. Es ging um Altenpflege, Tankstellen und gewerbliches Glücksspiel. BDWi-Bundesgeschäftsführer Ralf-Michael Löttgen moderierte das Gespräch.
Altenpflege
Axel Schnell, Leiter der Bundesgeschäftsstelle des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), machte deutlich, wie wichtig die Versorgungssicherheit in Hinblick auf flächendeckende Altenpflegeangebote für den Arbeitsmarkt ist. Diese sei aber laut einer Mitgliederbefragung des bpa gefährdet. Das führe dazu, das sich Betroffene unfreiwillig aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen oder ihre Arbeitszeit reduzieren, weil sie Angehörige pflegen müssen. Eine Ursache für den Rückgang des Angebots sei die verspätete Zahlung der „Hilfe zur Pflege“ durch viele Kommunen. Deutschlandweit liegen die Schätzungen für die Rückstände bei insgesamt 500 Millionen Euro.
Tankstellen
Daniel Kaddik, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen (bft), erläuterte, wie bedeutsam die Mitarbeiter für die Tankstellen sind. Die Personalkosten machen bis zu 65 Prozent der Gesamtkosten aus. Dementsprechend wirken sich Steigerungen der Lohnzusatzkosten aus. Die Arbeit an einer Tankstelle ermögliche häufig einen niedrigschwelligen Zugang zum Arbeitsmarkt. Der bft unterstütze insbesondere eine Reform der strengen Arbeitszeitregeln und befürworte eine steuerliche Förderung von Überstunden. Problematisch für die Branche sei – insbesondere in wirtschaftsschwachen Regionen – der hohe Mindestlohn und auch die damit verbundene Bürokratie. Das führe u.a. zu verkürzten Öffnungszeiten.
Gewerbliches Glücksspiel
Andy Meindl, Vorsitzender des Bayerischen Automaten-Verbandes, und Simone Storch, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Automatenunternehmen (BA), wiesen auf die anstehende Regulierung der Spielverordnung durch das Bundeswirtschaftsministerium hin. Es sei wichtig, das gewerbliche Automatenspiel wieder attraktiver zu machen. Denn das Problem sei, dass die legalen Anbieter in der Konkurrenz mit illegalen Anbietern stehen. Diese setzen sehr erfolgreich nicht zugelassene Geräte ein. Das hat zur Folge, dass Arbeitsplätze und Steuern im legalen Sektor verlorengehen.
Fazit
Die Teilnehmer dankten Aumer für den gelungenen Austausch. Es wurde vereinbart, den Kontakt auch weiterhin zu pflegen.
