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Fachkräftemangel in der Altenpflege – hat die Wirtschaft versagt?

05.11.2018

Sehr geehrte Leser, Unternehmen und Wirtschaftsverbände halten zurecht gerne die Prinzipien der Marktwirtschaft hoch.


Angebot und Nachfrage sind die entscheidenden Faktoren bei der Bildung von Preisen. Darum liegt die Frage auf der Hand, warum die Gesetze des Marktes beim Fachkräftemangel in der Altenpflege nicht ebenfalls greifen sollten. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, muss der Preis / Lohn so lange ansteigen, bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. 

Das Problem ist hier allerdings, dass die Preise für Altenpflegeleistungen festgelegt sind – und damit auch faktisch die Höhe der Löhne. Damit kann ein klassisches Marktmodell überhaupt nicht funktionieren. 

In dieser Gemengelage ist es eine beachtliche Leistung, dass es den Unternehmen gelungen ist, in den letzten Jahren 100.000 Stellen in der Altenpflege zusätzlich zu schaffen. Dass es damit nicht getan ist, liegt auf der Hand. Die Nachfrage nach Pflegefachkräften wird auch in den nächsten Jahren in Deutschland wegen der wachsenden Zahl der Pflegebedürftigen weiter ansteigen. 

Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam den Pflegeberuf attraktiver machen. Das hat auch Gesundheitsminister Spahn eingefordert. 

Eine wichtige Rolle könnte die Digitalisierung spielen, zum Beispiel durch die Anbindung der Altenpflege an die Telematikinfrastruktur. Dies umfasst den vollständigen Zugriff auf die Daten der elektronischen Gesundheitskarte. Dazu gehören der elektronische Medikationsplan, der elektronische Arztbrief und die elektronische Patientenakte. 

Die Herausforderungen sind enorm – auch finanziell. Bereits heute ist jeder sechste Pflegebedürftige in Deutschland auf Sozialhilfe angewiesen, Tendenz steigend.   

Mit freundlichen Grüßen

Michael H. Heinz

Präsident des BDWi


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