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Deutschland – ein modernes Einwanderungsland?

11.01.2022

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung findet sich auch ein Block zum Thema Zuwanderung.


Das ist gut so. Wer die Entwicklung Deutschlands in den letzten Jahren Revue passieren lässt, wird mir nicht widersprechen, dass wir längst ein Einwanderungsland sind. Daher müssen wir die einschlägigen Gesetze und Regeln hierzu endlich grundlegend anpassen. Bei der Fachkräfteeinwanderung können wir viel besser werden.

Das gilt unabhängig davon, dass auch bei der frühkindlichen, bei der schulischen Bildung und bei der Weiterbildung Handlungsbedarf besteht. Nur kann hier der Bund allenfalls bei der Weiterbildung direkt Impulse setzen und „durchregieren“.

Bei der Zuwanderung ist der Handlungsspielraum ungleich größer. Dem zufolge werden die harten Debatten auch eher im Bundestag und nicht in den Landesparamenten stattfinden. Pull-Faktoren, innere Sicherheit und kulturelle Konflikte; das Thema ist kein Selbstläufer. Darum ist es wichtig, die wirtschaftlichen Aspekte klar und deutlich zu benennen.    

In den letzten Jahren haben wir sehr viele Menschen aus humanitären Gründen einwandern lassen, die wenig oder gar nicht für unseren Arbeitsmarkt qualifiziert waren. Denen müssen wir eine Perspektive eröffnen, sie beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützen. Wenn sie dafür bereit und geeignet sind, müssen wir ihnen über eine Ausbildung eine Brücke in die Arbeitswelt bauen. Es geht auch darum, Menschen von dem Nutzen einer Ausbildung zu überzeugen.

Zusätzlich brauchen wir dringend Einwanderer, die bereits Qualifikationen mitbringen. Viele Branche leiden bereits heute unter einem Fachkräftemangel. Das gilt insbesondere für den Gesundheitssektor.
Neben dem Fachkräftemangel ist es auch für unser umlagefinanziertes Sozialversicherungssystem unerlässlich, dass auch in Zukunft mehr Menschen in den Arbeitsmarkt ein- als austreten. Ohne einen Zuwachs an Beitragszahlern wird es nicht mehr gehen. Darum sollten wir ein an den Bedürfnissen unserer Volkswirtschaft orientiertes modernes Einwanderungsland werden. 

Mit freundlichen Grüßen
Michael H. Heinz
Präsident des BDWi


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