Aktuelles über den BDWi
BDWi RSS News

Armuts- und Reichtumsbericht – was sind die Treiber der Armut?

01.10.2016

Aktuelle politische Entscheidungen zur Energiewende oder Rentenpolitik bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Einkommen von Geringverdienern.


Sehr geehrte Leser,

der Paritätische Wohlfahrtsverband hat seinen Armutsbericht bereits im Frühjahr vorgelegt. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung wird vor der Bundestagswahl erscheinen. Beide Berichte verfolgen das Ziel, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Armut zu lenken und damit Druck auf die politischen Entscheider zu machen. Die Bundesregierung legt in ihrem Bericht in der Regel den Schwerpunkt auf bereits erzielte Erfolge in der Armutsbekämpfung. 

Was fehlt, ist ein kritischer Blick von außen. Einige politische Entscheidungen, die in dieser Legislaturperiode getroffen worden sind, verringern das Einkommen aller betroffenen Bürger dieses Landes. Während für Familien mit höherem Einkommen Mehrbelastungen nur einen kleinen Anteil am Gesamteinkommen ausmachen, sind diese für Familien mit geringem Einkommen deutlich spürbarer.

Das trifft auch auf die Sozialversicherungsbeiträge zu. Mit dem Rentenpaket (Rente mit 63 + Mütterrente) hat die Bundesregierung der Rentenversicherung Spielraum für Beitragsentlastungen und Rentenerhöhungen genommen, ohne das Problem der zunehmenden Altersarmut zu entschärfen. Einige aktuelle Vorschläge: die Ausweitung der Mütterrente, die Anpassung der Ostrenten oder die Festschreibung des Rentenniveaus würden dieses Problem weiter verschärfen.

Eine andere Baustelle ist die Energiewende. Die Förderung der erneuerbaren Energien ist auch eine Umverteilung von Unten nach Oben. Familien mit geringerem Einkommen werden kaum in erneuerbare Energien investieren können. Sie sind aber umso stärker von den höheren Strompreisen betroffen. Hinzu kommt die Entscheidung für die Erdverkabelung, die zu einer Verdreifachung der Kosten führt. Auch die energetische Sanierung von Wohnhäusern führt zu stark ansteigenden Mieten ohne vergleichbare Entlastungen bei den Heizkosten.

Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Womöglich wäre Armutsbekämpfung effektiver, wenn politische Projekte, die für einen Großteil der Bürger deutliche Mehrbelastungen mit sich bringen, strenger auf den Prüfstand gestellt werden.  

Mit freundlichen Grüßen

Michael H. Heinz

Präsident des BDWi


Kontakt  |  Sitemap  |  Impressum  |  Datenschutzerklärung  |  Home  |