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Syntethische Kraftstoffe (E–Fuels) – eine Kurzbetrachtung

30.03.2021

Die Förderung elektrischer Antriebe hat in den Programmen und Papieren aller Parteien ein Übergewicht.


Klar ist, dass Batteriemobilität zahlreiche Vorteile hat. Es stehen aber auch noch zahlreiche ungelöste Fragen im Raum, zum Beispiel in Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Rohstoffe und die Entsorgung der Batterien. Die Klimaverträglichkeit im Gesamtsystem darf nicht aus dem Blick geraten. Denn weder möchte man immer dann mobil sein müssen, wenn gerade Wind weht und Sonne scheint, noch sind erneuerbare Energien in Deutschland und Europa in ausreichendem Maße verfügbar. Wichtig ist die Akzeptanz in der Bevölkerung. Diese kann strittig sein, wie die Diskussion um den Neubau von Windkraftanlagen in Deutschland zeigt.
Bei der Betrachtung der Effizienz von Antrieben geht es oft nur um den direkten Wirkungsgrad vom Tank zum Rad (“tank-to-wheel”). Eine Effizienzanalyse, die sich aber nicht auf die Grundprämissen “knappes Gut” und “Energieautarkie” beschränkt, zeigt, dass E-Fuels effizient sind. In einem Lebenszyklus-Ansatz müssen im Nachhaltigkeitsdreieck (Wirtschaft-Ökologie-Soziales) alle Kosten betrachtet werden – von der Rohstofferzeugung über die Nutzung vorhandener Strukturen, Werte, Anlagen – bis zur Entsorgung. Eine solche ergebnisoffene Betrachtung fehlt in der politischen Diskussion.   

Was sind E-Fuels?

E-Fuels sind künstlich erzeugte flüssige Kraftstoffe auf Basis von Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2). Sie werden mit Hilfe von erneuerbarem Strom hergestellt. Das Kohlendioxid kann aus der Luft, aus Abfallstoffen biogener Herkunft oder aus Industrieprozessen genutzt werden. So wird bei ihrer Verbrennung kein zusätzliches CO2 frei, sondern nur das, was zur Herstellung verwendet wurde. E-Fuels sind deshalb klimaneutral.

Herstellung von E-Fuels

Im Prinzip werden E-Fuels aus CO2 und Wasser hergestellt. Man baut im Grunde die chemischen Moleküle nach, aus denen fossile Kraftstoffe bestehen. Es gibt unterschiedliche Verfahren für die Herstellung. E-Fuels benötigen zunächst Wasserstoff (Wasserstoff-Folgeprodukte), der wiederum mittels Elektrolyse aus Wasser gewonnen wird. Für die Elektrolyse von klimaneutralem Wasserstoff wird Strom aus erneuerbarer Energie verwendet. Ein Herstellungsprozess ist die Fischer-Tropsch-Synthese. Hier wird der Wasserstoff mit Kohlendioxid verbunden und so zu einem flüssigen Kraftstoff synthetisiert. Es gibt darüber hinaus die Methanisierung. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Verfahren zur Herstellung von synthetischen Diesel-, Kerosin- und Benzinkomponenten.

Vorteile von E-Fuels

E-Fuels sind sehr praxistauglich, weil sie chemisch herkömmlichen (fossilen) Kraftstoffen ähnlich sind: Sie sind leicht zu transportieren, sie können problemlos in den Motoren verwendet und in den Tankstellen schnell und sicher getankt werden. Sie erzielen genauso große Reichweiten aufgrund ihrer hohen Energiedichte. Sie haben den Vorteil der Mischbarkeit, man kann sie mit den herkömmlichen Kraftstoffen und Biokraftstoffen vermischen. Solange die produzierten Mengen noch nicht für die Nachfrage nach E-Fuels ausreichen, kann mit der Beimischung zumindest schon ein Teil des Verkehrs klimaneutral werden. Das gesamte Tankstellen- und Tanklagernetz ist verlässlich und effizient weiterhin nutzbar.

E-Fuels sind klimaneutral, aber nicht CO2-frei. CO2 ist allerdings natürlicher Bestandteil der Luft. Mit E-Fuels kommt kein weiteres CO2 wie bei fossilen Kraftstoffen in die Luft, denn es wird von dort entnommen. E-Fuels haben auf den ersten Blick in einer tank-to-wheel-Betrachtung einen geringen Wirkungsgrad. Blickt man  auf den gesamten Prozess des Nachhaltigkeitsdreiecks (Ökologie-Soziales-Wirtschaftlichkeit), sind E-Fuels vorteilhafter als andere Technologien.

E-Fuels – mehr Infos

Alle Fragen zu E-Fuels werden auf der Website  efuel-today.com beantwortet. Wer Videoinformationen bevorzugt, findet unter „eFUEL-TODAY“ auch eine Seite auf YouTube.


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