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Integration von Flüchtlingen? Gelingt am besten auf dem Arbeitsmarkt

01.10.2015

Die hohe Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Die Dienstleistungswirtschaft kann einen wichtigen Beitrag leisten, um einen Teil dieser Herausforderungen in Chancen umzumünzen.


Integration funktioniert besser über den Arbeitsmarkt.  

Die Nachfrage nach Fach- und Arbeitskräften ist da; zum Beispiel in der Altenpflege oder im Garten- und Landschaftsbau. Spielraum bieten aber auch Zeitarbeitsunternehmen. Darum unterstützt der BDWi die Gesetzesinitiative der Bundesregierung, die das Ziel verfolgt, Chancen für Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Davon profitieren am Ende beide Seiten; die Flüchtlinge und die beteiligten Unternehmen. 

Einstieg in Ausbildung

Die Verkürzung der Voraufenthaltsdauer von vier Jahren auf 15 Monate, bevor Geduldete mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert werden können, ist ein Fortschritt. Insbesondere für Jugendliche ist dieser Zeitraum immer noch sehr lang. Darum sollte eine weitere Verkürzung geprüft werden.

Bleibeperspektive

Knackpunkte bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen sind Aufenthaltsstatus und Bleibeperspektive. Der Aufenthaltsstatus sollte bei Vorliegen eines Ausbildungsvertrages für die gesamte Dauer der Ausbildung gesichert werden – ohne unsichere jährliche Verlän gerungen. Eine solche Bleibeperspektive – nach erfolgreich absolvierter Ausbildung – würde es für Unternehmen attraktiver machen, Ausbildungsplätze für Asylsuchende mit hoher Bleibeperspektive und Geduldete bereit zu stellen.

Berufsorientierung

Wir begrüßen es, dass Praktika zur Berufsorientierung für Geduldete und Asylbewerber nicht länger von einer Zustimmung der Bundesarbeitsagentur abhängig gemacht werden sollen. Das ist insbesondere für den Mittelstand eine Erleichterung.

Chancen der  Zeitarbeit

Die Zeitarbeit wäre als Branche prädestiniert dafür zu helfen, Flüchtlinge zügig in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Personaldienstleister sind Experten, wenn es darum geht, Qualifikationen und Fähigkeiten von potenziellen Mitarbeitern zu identifizieren.

Um den Weg für die Zeitarbeit freizumachen und die Expertise der Personaldienstleister für die zügige Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen, muss deswegen das umfassende Verbot des § 40 Absatz 1 Nr. 2 AufenthG durch das Verbot mit Erlaubnisvorbehalt der Bundesagentur für Arbeit und das entsprechende Zustimmungsverfahren des § 39 AufenthG ersetzt werden.

Altenpflegefachkräfte

Flüchtlingen und qualifizierten Asylbewerbern muss der Einstieg in die Mangelberufe der Kranken- und Altenpflege erleichtert werden. Hierfür sind die Erleichterung der Anerkennung von Berufsqualifikationen und eine Finanzierung von Sprachkursen bis zum Niveau B2 mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit notwendig.

Pflegeausbildung

Jungen Asylbewerbern und Flüchtlingen mit einer Bleibeperspektive in Deutschland muss ein schnellerer Weg in die Pflegeberufsausbildung ermöglicht werden. Dazu gehört einerseits die Gewährung eines längerfristigen Aufenthaltstitels für die gesamte Ausbildungsdauer mit anschließender Übernahmeperspektive für die Unternehmen und andererseits umfangreiche, öffentlich geförderte Sprachkurs- und Vorbereitungsangebote, um die Ausbildungsreife der jungen Menschen sicherzustellen. Für andere Bewerber aus Drittstaaten, sofern diese ein Ausbildungsplatzangebot in einem Mangelberuf (gem. Positivliste der BA nach § 6 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BeschV) in Deutschland nachweisen können, sollte die Abschaffung oder Einschränkung der Vorrangprüfung auf wenige Wochen erwogen werden.

Mehr Infos?

Die vollständige Stellungnahme „Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren“ des BDWi finden sie hier


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