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E-Fuels für Deutschland – was ist laut aktueller Studien möglich?

29.08.2018

E-Fuels spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Energiewende. Mehr zu dem Thema erfahren Sie in dem Beitrag.


Welchen Beitrag E-Fuels (synthetische Kraftstoffe) zum Erreichen der EU-Klimaschutzziele leisten können, beantworten die Studien „Das Potenzial strombasierter Kraftstoffe für einen klimaneutralen Verkehr in der EU“ der dena (Deutsche-Energie-Agentur) und LBST (ludwig bölkow systemtechnik) und „Status und Perspektiven Flüssiger Energieträger in der Energiewende“ von der Prognos AG, des Frauenhofer-instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und des Deutschen Biomasseforschungszentrums DBFZ.     

Wie entstehen E-Fuels? 

E-Fuels entstehen, indem man Wasserstoff und Kohlendioxid mittels erneuerbarem Strom  zu einem treibhausgasneutralen Kohlenwasserstoff zusammensetzt. E-Fuels sind nahezu emissionsfrei. Für die Herstellung von E-Fuels ist sehr viel Energie erforderlich. Darum liegt es nahe, sie an Standorten herzustellen, wo die natürlichen Rahmenbedingungen für die Erzeugung erneuerbarer Energien aus Sonnen- und Windkraft besonders günstig sind. Das ist zum Beispiel in Nordafrika oder in Kasachstan der Fall. Für E-Fuels, die im Ausland gewonnen werden, erwarten die Autoren der Prognos-Studie im Jahr 2050 inflationsbereinigt Produktionskosten von 70 Cent bis 1,30 Euro pro Liter.

Um diese Vorteile der E-Fuels für die deutsche Energiewende nutzbar zu machen, sind zwei komplexe und kapitalintensive Vorhaben nötig: Der Bau von großen Wind- sowie Solarparks einerseits und andererseits die Errichtung von integrierten Produktionsanlagen aus Kohlendioxid-Abscheidung, ggf. Meerwasserentsalzung, Elektrolyse und Synthese. Hierzu bedarf es erheblichen Kapitaleinsatzes und internationaler Kooperation.

Sind E-Fuels einsetzbar?

E-Fuels haben gegenüber anderen Methoden, um Treibhausgase einzusparen, besondere Vorteile. Sie sind in allen Sektoren einsetzbar – ohne teure Umrüstungen. Sie können als Rohstoffe den erheblichen Kohlenstoffbedarf treibhausgasneutral decken – und sind damit derzeit die einzige Möglichkeit, um zahlreiche Produkte der Chemieindustrie klimaneutral zu machen.

E-Fuels versus Elektromobilität

E-Fuels stellen keinen Widerspruch zum Hochlauf der Elektromobilität dar. Die Verkehrsmittel sollten dort, wo technisch möglich und ökologisch sinnvoll, elektrifiziert werden. E-Fuels werden aber insbesondere für Anwendungen im Verkehr, für die aus heutiger Sicht keine elektrischen Antriebssysteme zur Verfügung stehen, unverzichtbar sein. Die Mobilität von morgen wird daher einen Mix aus unterschiedlichen Technologien erfordern. Deutschland als Kernland der Automobilindustrie sollte auf keine dieser Technologien verzichten oder sie gar verbieten. Politik sollte Ziele, aber nicht den Weg vorgeben.

Was ist zu tun?

Um Hindernisse eines E-Fuels-Markthochlaufes systematisch bewerten zu können, sollte eine Roadmap entwickelt werden, in der alle Maßnahmen aufgeführt  und in eine zeitliche Abfolge gebracht werden.

Um die eigenen Kompetenzen zu E-Fuels zu stärken, empfiehlt es sich, dass sowohl die Universitäten als auch die Wirtschaft Kapazitäten in Forschung und Entwicklung aufbauen. Hierzu sollte eine passgenaue Forschungsförderung entwickelt werden. Ähnlich wie die Markteinführung erneuerbarer Energien sollten auch E-Fuels unterstützt werden, weil in der Startphase sehr hohe Investitionen erforderlich sind. Eine sukzessive Steigerung der Verwendung von E-Fuels ist sinnvoll. Das kann über die Regulierung der Beimischung zu konventionellen Energieträgern erreicht werden. Ob es möglich ist, E-Fuels zur Markteinführungen von Steuern und Abgaben zu entlasten, muss geprüft werden. Die internationale Zusammenarbeit mit Staaten, die für die Produktion von E-Fuels geeignet sind, sollte rechtzeitig verstärkt werden. 

Zu den Studien: 

Prognos-Studie –  auf der Prognos-Website.

Dena-Studie – auf der Dena-Website.


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