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Bundestagsabgeordnete – Nah an der Wirtschaft oder alles nur Wahlkampf?

24.06.2009

Die meisten Bundestagsabgeordneten investieren viel Zeit, um mit Unternehmern und deren Vertretern wirtschaftspolitische Fragestellungen zu diskutieren. Besonderes Interesse gilt dabei den im Wahlkreis ansässigen Betrieben. Die Steuermittel für alle politischen Projekte müssen von den Unternehmen erwirtschaftet werden. Somit haben diese für die Politik eine Schlüsselfunktion inne.


Meinungsbildung in Unternehmen

Die Zeiten in denen Unternehmen – wie zum Beispiel auf den ostpreußischen Junkergütern – maßgeblichen Einfluss auf die politische Meinungsbildung ihrer Mitarbeiter ausgeübt haben, sind lange vorbei. Dennoch spielen insbesondere im Mittelstand die Unternehmer als Multiplikatoren eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung. Während in großen Unternehmen der Austausch zwischen Unternehmensführung und Belegschaft zumeist über die institutionalisierten Vertreter – den Betriebsrat –  vonstatten geht, findet im Mittelstand ein regelmäßiger direkter Austausch statt. Das hat für den Unternehmenserfolg eine hohe Bedeutung.     

Beteiligung von Vertretern der Wirtschaft

Den Wirtschaftsverbänden in all ihren Ausprägungen steht es offen, sich mit Stellungnahmen an den Entscheidungsprozessen von Regierungen und Parteien zu beteiligen und Gespräche mit den zuständigen Politikern zu führen. Die vorhandenen Möglichkeiten werden von vielen Verbänden genutzt. Die Ergebnisse werden in Verbandsmedien veröffentlicht und in Gremiensitzungen kommuniziert.   

Auch wenn einzelne Fragestellungen unterschiedlich bewertet werden, schätzen Unternehmer die Bereitschaft von Politikern sich mit einzelnen Branchen und deren spezifischen Aspekten auseinanderzusetzen. Das dieses mit einem hohen Aufwand verbunden ist, steht außer Frage. Denn die Gespräche müssen nicht nur vorbereitet, sondern in den meisten Fällen auch intensiv nachbereitet werden.

Dennoch ist die Auseinandersetzung mit Unternehmern und Multiplikatoren aus den Verbänden effektiv. Denn nur im Gespräch kommt die Persönlichkeit von Politikern zur Geltung. Hier gelingt es in vielen Fällen eine gemeinsame Basis für eine gute Zusammenarbeit zu finden. 

Praxis für Politik

Der BDWi führt in diesem Jahr bereits zum siebten Mal die Aktion „Praxis für Politik“ durch. Abgeordneten des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments wird angeboten, in ihrem Wahlkreis ein Praktikum in einem Unternehmen zu absolvieren oder dieses zu besuchen. Dafür stehen Unternehmen aus 17 Branchen zur Auswahl.

Es handelt sich um die Branchen: Altenpflege, Automatenspiel (Spielhallen und Automatenaufsteller), Baumschulen, Designwirtschaft, Geld- und Werttransporte, Garten- und Landschaftsbau, Kinder- und Jugendhilfe, Private Krankenhäuser, Oberflächenveredelung von Metallen, Restaurants großer Ketten (Systemgastronomie), Tankstellen, Vermittlung von Finanzdienstleistungen, Vermittlung von Versicherungen, Videotheken, Wach- und Sicherheitsdienste, Zahntechnik und Zeitarbeit.  

In den letzten Jahren haben sich mehr als 400 Abgeordnete an der Aktion beteiligt. Viele interessante Kontakte sind dabei zustande gekommen. Dabei haben die Abgeordneten nicht nur neue Branchen und deren Rahmenbedingungen kennen gelernt, auch die beteiligten Unternehmen haben viel über die Arbeit der Abgeordneten dazugelernt. Daraus erklärt sich das rege Interesse der Medien an der Aktion.  

In diesem Jahr haben bereits 80 Bundestagsabgeordnete ihre Beteiligung zugesagt, 30 „Praktikumsangebote“ konnten bereits unterbreitet werden.


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