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Bessere Bildungspolitik für die Zukunft der Dienstleistungswirtschaft

25.02.2010

Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet 69 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung.


Rund 73 Prozent aller Erwerbstätigen sind dort beschäftigt. Kleine Unternehmen prägen den Dienstleistungssektor. 96 Prozent aller Betriebe beschäftigen weniger als 10 Personen.  

Nahezu 60 Prozent aller betrieblichen Ausbildungen im Rahmen des dualen Systems erfolgen in Dienstleistungsberufen. Hinzu kommen schulische Ausbildungen, z. B. im Gesundheitswesen mit 40.000 Abschlüssen im Jahr. Der Anteil der Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung im Dienstleistungssektor liegt bei 70 Prozent, der Akademikeranteil bei 12 Prozent. Bei einer Branchenbetrachtung zeigen sich dann jedoch erhebliche Unterschiede. Zum Beispiel sind im Reinigungsgewerbe mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter ohne Berufsabschluss beschäftigt, während deren Anteil in der Kredit- und Versicherungswirtschaft nur 10 Prozent beträgt.

Kernkompetenz Umgangsformen

Viele Dienstleistungsberufe erfordern regelmäßigen Kundenkontakt. Gute Umgangsformen sind Grundvoraussetzung für den beruflichen Erfolg, nicht nur in der Dienstleistungswirtschaft. Die Grundlagen hierfür werden in der Kindheit gelegt. Dabei darf die Gesellschaft nicht ihre Verantwortung auf Kindertagesstätten und Schulen abwälzen. Darum gilt es – insbesondere die Eltern – bei dieser Aufgabe mit konkreten Maßnahmen zu unterstützen und sie gegebenenfalls auch zu sanktionieren.

Kernkompetenz Schulbildung

Ein großer Anteil der Schulabgänger weist erschreckende Bildungsmängel auf, zu viele Schüler erlangen gar keinen Abschluss. Hier muss den Bundesländern endlich der bildungspolitische Durchbruch gelingen. Dabei darf man sich nicht länger darauf beschränken, die schulische Bildung in regelmäßigen Abständen – entsprechend der eigenen politischen Glaubensrichtung – umzukrempeln. Alle Reformen sind zum Scheitern verurteilt, wenn es nicht gelingt, den Betreuungsschlüssel (Lehrer / Schüler) spürbar zu verbessern. Sollte den Ländern der Durchbruch nicht gelingen, darf eine stärkere Verantwortung des Bundes in der Bildungspolitik für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.     

Betriebliche Ausbildung

Die Anforderungen an die betriebliche Ausbildung unterscheiden sich von Branche zu Branche sehr stark. Vor Jahren musste noch gegen eine Ausbildungsplatzabgabe gekämpft werden. In Zukunft stehen die ausbildenden Unternehmen einem schrumpfenden Angebot an geeigneten Auszubildenden gegenüber. 

Fort- und Weiterbildung

Dass das Lernen niemals ein Ende hat, gilt auch für die Dienstleistungswirtschaft. Dabei ist der Antrieb bei den bereits besser Ausgebildeten größer als bei den Geringqualifizierten. Anreize müssen konkret bei der Nachfrage der Unternehmen ansetzen.

Integration von Geringqualifizierten

In vielen Dienstleistungsbranchen ist auch für Geringqualifizierte ein Berufseinstieg möglich. Das oft nur niedrige Gehälter gezahlt werden können, leitet sich aus der Nachfrage in den jeweiligen Märkten und den Preisen ab, die Verbraucher bereit sind, für Dienstleistungen zu zahlen. Inwiefern ein Aufstieg – hin zu anspruchsvolleren Aufgaben mit einer besseren Entlohnung – möglich ist, ist von den Mitarbeitern selber abhängig. Hier gilt es, von Seiten der Arbeitgeber, der öffentlichen Hand und privater Anbieter, passende Bildungsangebote bereitzustellen. Auf der anderen Seite muss die Gesellschaft akzeptieren, dass Aufwärtsmobilität von vielen Geringqualifizierten nicht gekonnt oder sogar nicht gewünscht ist. Hier gilt es Unternehmen und Branchen, die Arbeitsplätze mit einem geringen Anforderungsprofil bereitstellen, nicht zu diskriminieren, sondern sie zu fördern. Ein Job mit einem niedrigen Gehalt ist besser als gar keiner, für den Einzelnen wie für die Volkswirtschaft.  

 

 


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