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Keine staatlich verordnete Provisionsbegrenzung in der Lebensversicherung

21.10.2013

Gemeinsame Erklärung der Vermittlerverbände im BDWi zu Plänen einer staatlich verordneten Provisionsbegrenzung und Stornohaftzeitverlängerung in der Lebensversicherung.


Die unterzeichnenden Vermittlerverbände, organisiert im Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi), lehnen die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entwickelten und über die Medien veröffentlichten Vorschläge für eine staatlich verordnete Begrenzung der Vergütung der Versicherungsvermittler in der Lebensversicherung ab.

Die Risiken der Kapitalmärkte und der staatlich verordneten Niedrigzinsphase, die die Rentabilität der Lebensversicherung schmälern, können nicht einseitig auf den Vertrieb abgewälzt werden. Dieser nicht hinnehmbare Eingriff in die unternehmerische Freiheit der Vermittlerschaft verstößt eklatant gegen den Grundsatz der Privatautonomie. Die Bildung von Preisen und damit auch der Vergütung der Versicherungsvermittlung sollten in einer Marktwirtschaft grundsätzlich dem Markt überlassen bleiben.

Die einseitige Risikoverlagerung auf die Vermittlerschaft verkennt, dass der deutsche Versicherungsvermittler mit seiner Tätigkeit eine unersetzliche soziale und gesellschaftspolitische Aufgabe erfüllt. Seine beratende und vermittelnde Tätigkeit ist eine der Grundlagen für unseren wirtschaftlichen Wohlstand. Seine zuverlässige und selbstverständliche Leistung ist geprägt von einer von Vertrauen getragenen, oft lebenslangen Begleitung und Betreuung seiner Kunden.

Diese gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Tätigkeit des Versicherungsvermittlers ist auch ein essentieller Bestandteil der im europäischen Dachverband der Versicherungsvermittler BIPAR aufgestellten Prinzipien zur Vergütung. Danach hat jeder Versicherungsvermittler das Recht auf eine faire Vergütung für seine Tätigkeit. Alle Vergütungen sollten zwischen den Parteien verhandelt und nicht gesetzlich geregelt werden. Jede Einmischung der Gesetzgebung wird als ein schwerwiegender Eingriff in die Prinzipien einer sozialen Marktwirtschaft angesehen und widerspricht international gültigen Prinzipien des Marktes (vgl. BIPAR-principles remuneration of intermediaries, Brüssel Juni 2003).

Private Vorsorge ist angesichts rückläufiger staatlicher Versorgung unabdingbar. Im Neuzugang der DRV betrug die durchschnittliche Monatsrente wegen Erwerbsminderung € 596 und die durchschnittliche Altersrente € 680 (Männer € 868, Frauen € 520). Die meisten Rentenbezieher werden ihre Altersbezüge weder durch Investments in Immobilien, Aktien oder Beteiligungen aufstocken können. Der Bedarf für eine transparente und fair kalkulierte Altersversorgung in Form der Kapitallebensversicherung ist deshalb ungebrochen. Beim notwendigen Ausbau der privaten Vorsorge leisten insbesondere die Versicherungsvermittler einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag. Die Verbesserung der privaten Altersversorgung ist und muss deshalb ein gemeinsames Anliegen aller Beteiligten sein, Sonderopfer einzelner Beteiligter darf es nicht geben. Nur der umfassende Dialog aller Beteiligten wird nach der festen Überzeugung der unterzeichnenden Verbände die Branche insgesamt noch weiter voranbringen.

Berlin, 21. Oktober 2013

 

Michael H. Heinz

BDWi / BVK

 

Friedrich Bohl

BDV

 

Dr. Hans-Georg Jenssen

VDVM

 

Lüder Mehren

VOTUM

Ein weiterer Artikel zu dem Thema:

Versicherung: Aushöhlung der Vergütungssysteme Provision / Courtage


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