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Grüne Stadt fördern

20.07.2017

Die meisten Deutschen leben in Städten und verdichteten Räumen. Darum ist es für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtig, hier auch in Zukunft eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten.


Das senkt die Gesundheitskosten und erhöht die Attraktivität der Standorte. Das kann nur gelingen, wenn der Bestand an Grünflächen erhalten und besser ausgebaut wird.

Statements:

Immer mehr Menschen zieht es in einige wenige Städte. Nachverdichtung ist das Gebot der Stunde. Damit die Städte weiter lebenswert bleiben, braucht es einen Ausgleich: zum Beispiel Dachbegrünung, Vertikalgärten, Parks und Alleen.“ BDWi-Vizepräsident Hubert Schmid

„Es ist nicht damit getan, Grünanlagen zu planen und anzulegen. Mindestens genauso wichtig ist eine kontinuierliche und qualifizierte Pflege.“ BDWi-Vizepräsident Carsten Henselek

Handlungsfelder:

Mehr Grün für den öffentlichen Raum

Grünflächen haben eine zentrale Bedeutung für die Lebensqualität der Bewohner städtischer Lebensräume. Insbesondere in den Toplagen der Städte ist nur durch gesetzliche Vorgaben ein ausreichender Anteil von Grünflächen durchsetzbar. Wichtig ist nicht nur die Neuanlage von Grünanlagen, sondern auch die Sicherstellung einer qualifizierten Pflege bereits vorhandener Anlagen. Verbindliche Regeln sind zum Beispiel im Baugesetzbuch und in der Kompensationsverordnung möglich. Bei der Innenentwicklung in den Städten und Gemeinden darf nicht versäumt werden, Raum für qualitätsvolles Grün vorzusehen. Ausgleichsmaßnahmen für Neubauten müssen flexibler ausgestaltet werden. Denkbar wäre, auch die Bepflanzung von ungenutzten städtischen Flächen oder Industriebrachen zuzulassen.

Nationale Strategie für eine grüne Stadtentwicklung auflegen

In den Programmen zur Städtebauförderung besteht Handlungsbedarf. Eine gute Vorlage ist das Weißbuch der Bundesregierung zur „Zukunft des Stadtgrüns“. Innovatien und lösungsoritentierten Umgang mit Grün in Städten und Gemeinden wird oft nur eine Nebenrolle eingeräumt. 

Daher ist es dringend nötig, bisher unzureichende und fragmentierte Lösungsansätze für die grüne Städtebauförderung beziehungsweise nachhaltige Stadtentwicklung zu bündeln und deutschlandweite Konzepte für eine qualitativ hochwertige und zukunftsweisende Grünflächenentwicklung in den Städten umzusetzen. Grundlage hierfür muss eine „nationale Strategie zur grünen Stadtentwicklung“ im Zusammenspiel von Bund, Ländern, Gemeinden und Verbänden sein. 

Dabei könnten nachhaltige Grünentwicklung und Freiflächenplanung einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen im urbanen Raum leisten. Dieses gilt für die Verbesserung des Stadtklimas, die Vermeidung von urbanen Hitzezonen (sog. Hot Spots), die Reduzierung von Luftverschmutzung, die Feinstaubreduktion, ein besseres Regenwassermanagement oder eine effektivere Lärmminderung. Das hätte viele positive Folgen: die Erhaltung der Biodiversität, mehr Lebensqualität, bessere Gesundheitsvorsorge, die Entschärfung sozialer Brennpunkte und die Stärkung von Vermögenswerten im Immobiliensektor.

Die Kompensationsverordnung reformieren 

Insbesondere städtische Räume werden immer stärker verdichtet. Dabei bleibt die ausreichende Ausstattung mit Pflanzen und Bäumen oft auf der Strecke. Pflanzen stiften in städtischen Räumen einen erheblichen Mehrwert für die Bewohner. Aus diesem Grund muss Kompensation für bebaute und versiegelte Flächen stärker in der Stadt erfolgen. In diesem Rahmen sollte auch die Aufwertung bestehender Grünanlagen ermöglicht werden. Eine neue Kompensationsverordnung ist zwingend erforderlich.

Entschädigungsfonds für Baumschulen

Wenn Quarantäneschädlinge (zum Beispiel Käfer aus Südostasien) in einer Baumschule auftreten, kann die Vernichtung der befallenen Pflanzen von Amts wegen angeordnet werden. Die betroffene Baumschule kann in diesem Fall keine Pflanzen mehr verkaufen. Damit ist das Unternehmen in seiner Existenz bedroht. Das könnte mit einem Entschädigungsfonds des Bundes vermieden werden. Die Wirtschaft ist bereit, den Fonds mit eigenen Mitteln mitzufinanzieren.


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