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Fachkräftemangel bekämpfen

20.07.2017

Ausbildung, Weiterbildung, Umschulung und Zuwanderung – die Verantwortung für einen ausreichenden Bestand an Fachkräften tragen die Unternehmen. Wichtig ist, sie damit nicht alleine zu lassen.


Das gilt unter anderem bei der Integration von Flüchtlingen aber auch bei der gezielten Aufnahme von qualifizierten Fachkräften in den deutschen Arbeitsmarkt. Hier ist bei Bedarf gezielte staatliche Förderung und die Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen erforderlich.    

Statements:

„Schule, Ausbildung, Weiterbildung und Zuwanderung – hier sind die Stellschrauben, um den Fachkräftemangel wirkungsvoll zu bekämpfen.“ Lars Rogge, Geschäftsführer, Rogge GmbH & Co. KG

„Ausbildung heißt Zukunft. Ausbildung heißt Qualität. Beides ist für die Aufstellunternehmen der deutschen Automatenwirtschaft ein existenzieller Baustein zur Sicherung des Gewerbes. Mit der betrieblichen dreijährigen Ausbildung zum/zur Automatenfachmann/-frau gewinnen wir Spezialisten in Sachen Automaten, denn Automaten werden überall gebraucht – Automatenfachleute auch.“ Thomas Breitkopf, Präsident des Bundesverbandes Automatenunternehmer e. V. (BA) und BDWi-Vizepräsident   

„Der Fachkräftemangel in der Pflege hat Auswirkungen auf alle Branchen. Wenn es nicht ausreichend Pflegekräfte gibt, wird auch der Informatiker oder die Web-Designerin Pflegezeit nehmen, um die Eltern zu pflegen. Deswegen müssen alle Hebel in Gang gesetzt werden, um mehr Pflegefachkräfte zu gewinnen. Dazu zählen eine Altenpflegeausbildung und keine Generalistik, geförderte Umschulungsmaßnahmen, die Gewinnung von ausländischen Fachkräften sowie die Qualifizierung und Integration von Flüchtlingen.“ Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)

Handlungsfelder:

Anteil der ausbildungsreifen Schulabsolventen steigern

Eine gute Bildungspolitik ist die beste Arbeitsmarktpolitik. Insbesondere kleine Unternehmen sind damit überfordert, die Bildungsdefizite von Auszubildenden und Berufsanfängern auszugleichen. Bildung ist Ländersache. Da die Länder dieser Aufgabe nur unzureichend gewachsen sind, muss der Bund endlich mit in die Bresche springen. Es wird aber nicht ausreichen, den Bund stärker an den Kosten zu beteiligen. Die Länder müssen auch einen Teil ihrer Entscheidungskompetenz abgeben. 

 

Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiver machen

Der weltweite Wettbewerb um Fachkräfte nimmt Fahrt auf. Das gilt insbesondere für Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung. Deutschland muss bereit sein, diesen Wettbewerb auch anzunehmen. Auch wenn wir bereits eine weltoffene und tolerante Gesellschaft sind, besteht bei der Willkommenskultur insbesondere für qualifizierte Zuwanderer immer noch Verbesserungsbedarf. Wenn Fachkräfte fehlen, muss unbürokratisch Zuwanderung ermöglicht werden. 

Umschulungsförderung

In Berufsfeldern, in denen ein nachgewiesener und langfristiger Fachkräftemangel herrscht – beispielsweise der Altenpflege – müssen die bestehenden, befristeten Umschulungs- und Weiterbildungsangebote von der Bundesagentur für Arbeit unbefristet gelten. Dies umfasst insbesondere auch einen Arbeitsentgeltzuschuss. Diese Möglichkeit muss sowohl für die Fachkraft- als auch für die Helferausbildung gelten. Vor allem letztere sind von großer Bedeutung für Quereinsteiger und Menschen mit niedrigem Schulabschluss, um einen niedrigschwelligen Einstieg in den Beruf vorzufinden. 


Zuwanderung

In vielen Berufszweigen in Deutschland ist ein Mangel an Fachkräften abzusehen. In einigen Bereichen, wie z. B. dem Gesundheits- und Pflegesektor, ist dieser Mangel bereits heute Realität und eine der zentralen Herausforderungen für die deutsche Gesellschaft. Unser Land ist dringend auf qualifizierte Einwanderer angewiesen. Insbesondere die Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege benötigen Fachkräfte, damit eine gute Versorgung der pflegebedürftigen Menschen auch weiterhin gewährleistet werden kann. Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen muss dringend erleichtert werden. Denkbar ist unter anderem eine zentrale Anerkennungsstelle des Bundes als einheitlicher Ansprechpartner und die Sicherstellung der elektronischen Antragsstellung und des gesamten Anerkennungsverfahrens auch aus dem Ausland. Für Unternehmen in Deutschland müssen transparente Übersichten aller nötigen Anforderungen und Fördermöglichkeiten bezüglich der Fachkraftgewinnung im Ausland zur Verfügung gestellt werden.

 

Fachkräfte für die Pflege gewinnen

Die Pflege ist einer der Jobmotoren in Deutschland. Jede vierte in Deutschland neu geschaffene Beschäftigung entsteht in der Pflege. Bis 2030 werden nach Schätzungen 500.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Doch schon heute gibt es einen gravierenden Fachkräftemangel in der Pflege. Deshalb muss die „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ neu aufgelegt, auf mindestens vier Jahre konzipiert und auf die Hebung von in- und ausländischen Fachkräftepotentialen fokussiert werden. Dazu zählt auch die Integration von Flüchtlingen in das Berufsfeld der Pflege.


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