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Die Berliner Blase – Journalismus, Lobbyismus und Politik

20.11.2019

Diskussion mit Günter Bannas (ehemailiger Büroleiter der FAZ in Berlin)


Im Gespräch: Matthias Bannas, BDWi, Günter Bannas, Autor, Sarah Bäumchen, FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag, und Thomas Hetz, BAP (v.l.n.r.).

Am 19. November diskutierten Günter Bannas (ehemaliger Büroleiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Berlin), Sarah Bäumchen (Bereichsleiterin Wirtschaft und Energie, Arbeit und Soziales, Gesundheit der FDP-Bundestagsfraktion) und Thomas Hetz (Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister – BAP) im Rahmen einer Veranstaltung über Journalismus im politischen Berlin.

Zum Auftakt las Bannas aus seinem aktuellen Buch "Machtverschiebung - Wie die Berliner Republik unsere Politik verändert hat" vor. Moderiert und begrüßt haben Ralf-Michael Löttgen (BDWi) und Matthias Bannas (BDWi). Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) und dem BAP durchgeführt. Zu Gast waren 25 Teilnehmer aus dem Bundestag und dem politischen Berlin.

Personalisierung und Positionierung

Helmut Kohl hat als erster Bundeskanzler die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Medienbegleitung in der Kabine besucht. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat sich gerne mit der Nationalmannschaft gezeigt; solange diese erfolgreich war. Indem sich Spitzenpolitiker mit erfolgreichen Fußballern zeigen, demonstrieren sie Bodenständigkeit. Außerdem färben die sportlichen Erfolge im besten Fall auf sie ab.

Personalisierung ist ein wichtiger Bestandteil für erfolgreiche Politik. Nur mit Themen ist es nicht getan. Parteien brauchen auch Köpfe, die mit ihrer ganzen Persönlichkeit für Themen und Überzeugungen stehen. Wie bei allen anderen Parteien stand auch bei der FDP der Spitzenkandidat Christian Lindner im Wahlkampf und in den Jahren der außerparlamentarischen Opposition im Mittelpunkt. Mit dem Wiedereinzug in den Bundestag verbreitert sich die Basis. Soziale Medien spielen eine wichtige Rolle für Bundestagsabgeordnete. Sie können die interessierte Öffentlichkeit in den Wahlkreisen und in Berlin direkt über ihre Arbeit informieren.

Wirtschaftsverbände werden von ehrenamtlichen Unternehmern geführt und vertreten. Diese sprechen einerseits für eine bestimmte Branche. Sie berichten aber auch aus ihren alltäglichen Erfahrungen im Unternehmen. Das ist authentisch und es hat für politische Entscheider einen hohen Nutzwert. Diese Positionierung der Wirtschaftsverbände ist nicht neu. Sie hat sich seit Gründung der Bundesrepublik bewährt.

Lobbyismus / politische Interessenvertretung

Rein quantitativ betrachtet hat der Lobbyismus in Berlin, im Verglich zu den Bonner Zeiten, zugenommen. Es gibt mehr Verbände, Unternehmen und Agenturen, die aktiv sind. Auch die Zahl der politischen Veranstaltungen ist enorm gestiegen. Aber so viel hat sich dann doch wieder nicht verändert.

Es geht den Wirtschaftsverbänden immer noch darum, die Auswirkungen politischer Entscheidungen gegenüber ihren Gesprächspartnern aus dem Bundestag und den Ministerien deutlich zu machen. Es gibt mehr Transparenz. Verbandsstellungnahmen zu Gesetzgebungsvorhaben werden veröffentlicht. Die Berliner Blase ist kein abgeschlossener Mikrokosmos. Die allermeisten Informationen sind für Journalisten, politische Gegner und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar.

Wie geht es weiter mit den Medien?

Die Arbeitsbelastung von Journalisten nimmt zu. Wo früher ein oder zwei Beiträge am Tag produziert werden mussten, sind es heute sechs bis acht. Journalisten schreiben nicht länger nur für die gedruckte Zeitung, sie schreiben auch für die Website und müssen neben Texten auch noch Bewegtbild- und Audio-Formate bedienen. Das führt dazu, dass Journalisten weniger Zeit haben, Informationen und PR-Material zu überprüfen. Sie besuchen seltener Pressekonferenzen und integrieren öfters zugeliefertes Material in ihre Berichterstattung. „Was gut klickt“, gewinnt an Bedeutung für die Entscheidung, welche Themen bearbeitet werden.   

Auf der anderen Seite gewinnen neue Formate an Bedeutung. Thilo Jung erreicht seit Jahren – nicht nur – junge Zuschauer mit langen und kritischen Politiker-Interviews. Gabor Steingart entwickelt rund um sein Morning Briefing zahlreiche neue Medienangebote. Wer soziale Medien nutzt, erhält von seinen Kontakten eine Vielzahl von Hinweisen auf zahlreiche Beiträge in unterschiedlichsten Formaten.


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