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Zeitarbeit ausbremsen – macht das Sinn?

01.02.2016

Es droht eine erneute Regulierung der Zeitarbeit. Das hätte negative Folgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.


Sehr geehrte Leser,

trotz der aktuellen Herausforderungen – Stichwort Flüchtlingskrise – geht es der deutschen Wirtschaft gut. Das führt leider auch dazu, dass Politik zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland nicht en vogue ist. Mütterrente, Rente mit 63, und so weiter und so fort … nun droht eine erneute Regulierung der Zeitarbeit, wie im Koalitionsvertrag vereinbart.

Arbeitssuchende, Zeitarbeitnehmer und Unternehmen werden mit den geplanten Neuregelungen schlechter gestellt. Zeitarbeit ist ein Jobmotor. Viele Arbeitslose werden heute von Zeitarbeitsunternehmen vor einem Einsatz weitergebildet. Das wird sich in Zukunft auf Grund der zu kurzen Einsatzdauer häufig betriebswirtschaftlich nicht mehr rechnen. Zeitarbeitnehmer erhalten auf Grund der Branchenzuschlagstarifverträge eine höhere Entlohnung, je länger sie beim Kundenunternehmen eingesetzt sind. Darum ist eine Verkürzung der Überlassungsdauer überhaupt nicht in ihrem Interesse. Unternehmen verlieren Flexibilität beim Einsatz von Arbeitskräften, die dringend erforderlich ist, um im internationalen Wettbewerb eine Chance zu haben.

Es wäre sinnvoll, die geplante Regulierung der Zeitarbeit noch einmal auf Herz und Nieren zu überprüfen. Jeder Konjunkturzyklus ist endlich. Wenn es wieder bergab geht, wird unser Land den Preis dafür zahlen, den flexiblen Arbeitsmarkt so leichtfertig über Bord geworfen zu haben. Wer erinnert sich nicht an die letzte Krise, viele Kundenunternehmen haben die Zeitarbeit zurückgefahren, um ihre Stammbelegschaft zu schützen. Dennoch ist die Mehrzahl der Zeitarbeitnehmer eben nicht arbeitslos geworden.

Die Zeitarbeitsbranche ist seit mehr als einem Jahrzehnt Tarifvertragspartner der DGB-Gewerkschaften. Wäre es nicht eine elegante Lösung, wenn schon eine Höchstüberlassungsdauer eingeführt wird, deren Regelung den Tarifvertragsparteien zu überlassen und die Branchenzuschlagstarifverträge weiter auszubauen, statt sie zu beschneiden?  

Mit freundlichen Grüßen

Michael H. Heinz

Präsident des BDWi


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