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Starkes Urheberrecht – vielleicht sind Uploadfilter doch eine gute Idee?

25.07.2018

Sehr geehrte Leser, die Debatte um einen fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen mit digitalen und stationären Geschäftsmodellen ist nicht neu.


Bereits vor 20 Jahren sagte Napster Popmusikern, Plattenläden und Musiklabeln den Kampf an. Was bis dahin für 20 Mark in Plattenläden verkauft wurde, war ab sofort kostenlos auf Napster verfügbar. Die betroffenen Künstler guckten in die Röhre.

Nur wenig später begann eine Debatte, die heute immer noch geführt wird. Urheber, Händler und Verwerter stehen der Internetwirtschaft und der „Netzgemeinde“ gegenüber. Die eine Seite fordert einen besseren Schutz von Urheberrechten und unterbreitet zahlreiche Vorschläge, wie das möglich sein könnte. Die andere Seite weist alle Vorschläge mehr oder weniger kategorisch zurück. Auch das entscheidende Argument zur Ablehnung hat sich nicht wirklich verändert. Egal ob blocken, sperren oder Uploadfilter, immer war und ist das freie und offene Internet in Gefahr. 

Aus der Lobbyistenperspektive kann man nur Beifall klatschen. Ein erfolgreicheres Beispiel für Status-quo-Lobbying dürfte sich nur schwerlich finden lassen. Selbst große Unternehmen und Arbeitgeber dringen mit dem Hinweis, dass auf Grund einer anstehenden Regulierung viele Arbeitsplätze verloren gehen könnten, nur noch selten so erfolgreich bei den politischen Entscheidern durch.   

Woran liegt das? Die Kampagne gegen eine Stärkung des Urheberrechts steht auf breiten Füßen. Unternehmen wie Google ziehen mit Plattformen wie der Wikimedia und vielen NGOs an einem Strang. Auf die Abgeordneten im EU-Parlament wird von Seiten der Industrie und mit einer „Graswurzelkampagne“ massiver Druck aufgebaut. Wenn von „Filter-Voss“ (Sascha Lobo) die Rede ist, sinkt die Bereitschaft politische Gegner in angemessener Sprache mit den eigenen Positionen zu konfrontieren.    

Vielleicht sind Uploadfilter doch keine schlechte Idee?

Mit freundlichen Grüßen

Michael H. Heinz

Präsident des BDWi


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