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Invasive Arten und offene Gesellschaften – wie gehen wir mit den Risiken um?

07.03.2018

Sehr geehrte Leser, was tun gegen Quarantäneschädlinge in Baumschulen? Klingt wie ein exotisches Thema, ist es aber nicht.


Vor zehn Jahren erschien in Deutschland das Buch „Die Welt ist flach“ des amerikanischen Erfolgsjournalisten Thomas L. Friedman. In dem immer noch lesenswerten Buch macht Friedman deutlich, wie eng die Welt bereits zusammengewachsen ist. Der Welthandel ist – konservativ betrachtet – bereits 2.000 Jahre alt. Er hat aber in den letzten Jahren kräftig Fahrt aufgenommen. Deutschland ist eine Exportnation. Wir profitieren vom freien Welthandel und der besseren Vernetzung der Länder. Das dabei auch immer wieder schädliche Tiere und Pflanzen nach Deutschland eingeschleppt werden, ist unvermeidlich. 

Das hat insbesondere in der Landwirtschaft gravierende Folgen. Wenn ein Betrieb von Schädlingen (im Fall einer Baumschule) oder von einer Tierseuche (im Fall eines Rinderbetriebes) befallen ist, wird der Bestand vernichtet, beziehungsweise getötet. Um die wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Betriebe abzufedern, sind Entschädigungsfonds bewährte Instrumente. Das gilt zum Beispiel für die Tierseuchenfonds.

Wer über Entschädigungsfonds diskutiert, landet unweigerlich bei der Frage warum keine Lösungen mit privaten Versicherungen möglich sind? Es finden sich keine Versicherungen, die bereit sind, einen angemessenen Versicherungsschutz bereitzustellen. Es gelingt nicht, Risiken und Prämien miteinander in Einklang zu bringen. 

In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, dass sich die Gemeinschaft / der Steuerzahler an den Kosten einer Lösung beteiligt. Die Risiken sind der Preis einer offenen Gesellschaft. Sie sind nicht von den Betroffenen verschuldet. Eine eigene starke Landwirtschaft ist sinnvoll. Einerseits haben wir so genug Verhandlungsmasse, um bei wichtigen Versorgungsfragen nicht übervorteilt zu werden. Hinzu kommt, dass die Landwirtschaft in der Gesamtbetrachtung eine positive Bilanz aufweist und damit auch für den Steuerzahler ein gutes Geschäft darstellt.

Mit freundlichen Grüßen

Michael H. Heinz

Präsident des BDWi


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