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Dieselfahrzeuge in der Stadt – wie geht es weiter?

01.05.2017

Sehr geehrte Leser,   seitdem herausgekommen ist, dass VW jahrelang systematisch geschummelt hat, genießt das Thema Diesel eine hohe Aufmerksamkeit bei den Bürgern und den Medien.


Dass dabei schnell über das Ziel hinaus geschossen wird, zeigt die Feinstaub-Debatte in Stuttgart. Motorenbedingte Feinstaubemissionen des Verkehrs tragen laut Bundesumweltamt in Stuttgart nur zu vier Prozent zum Gesamtaufkommen des Feinstaubs bei. Das zeigt, es macht am Ende keinen Unterschied, ob die Fahrzeuge mit Diesel oder Benzin betrieben werden. Wer die Medienberichterstattung zu dem Thema verfolgt hat, hatte vermutlich einen anderen Eindruck.

Dabei wäre beim Thema Diesel eine ausgewogene Debatte angebracht. Es gibt kaum Mittelständler, die keine Dieselfahrzeuge in ihrem Bestand haben. In Bezug auf den geringen CO2-Ausstoß gilt der Diesel-Antrieb noch immer als besonders umweltfreundlich. Er wird zur Erreichung der Klimaziele auch dringend benötigt. Es wurden Anreize zur Anschaffung der Fahrzeuge gesetzt. Wenn jetzt die Zufahrt in die Städte eingeschränkt oder Dieselkraftstoff höher besteuert wird, wäre das für viele Unternehmen ein Schlag ins Kontor. Ähnlich verhält es sich mit den vielen betroffenen Pendlern. Insgesamt liegt der Diesel-Anteil bei PKWs bei 42 Prozent. Hier droht viel Vertrauen in politische Entscheidungen verloren zu gehen. Darum sollte nicht überstürzt gehandelt werden.

Dass bei den Antrieben noch viel Spielraum für Innovationen ist, zeigen die Anmeldungen von Patenten aus Deutschland in den letzten Jahren. Von 2010 bis 2015 kamen ein Drittel der Patente zur Elektromobilität und zu Hybridantrieben aber eben 40 Prozent aller Patente zu Dieselantrieben aus unserem Land. Bei den meisten Patenten ging es um Effizienzverbesserungen, bei Verbrennungsmotoren zielen zwei Drittel auf die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs.

Um die Luftqualität in den Städten zu verbessern, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Zum Beispiel wäre es ein großer Fortschritt, wenn der Verkehr endlich flüssiger laufen würde, in Folge einer konsequenten Einführung der Grünen Welle. Der Parkplatzsuchverkehr könnte durch geschickte digitale Informationsangebote erheblich reduziert werden. 

Mit freundlichen Grüßen

Michael H. Heinz

Präsident des BDWi


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