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Stellschrauben für die private Altersvorsorge – Beratung und Vermittlung

01.12.2017

An einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge führt kein Weg vorbei. Nur auf die gesetzliche Rente zu setzen, reicht nicht aus.


Die wichtigste Schnittstelle zur Verbreitung der privaten Altersvorsorge sind die Berater und Vermittler. Deren Leistung wird in der Öffentlichkeit selten gewürdigt. Wie erfolgreich sie arbeiten, ist von vielen Stellschrauben abhängig.  

Förderung Altersvorsorge 

Wichtig sind Anreize zur Förderung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Das gilt zum Beispiel für die vermögenswirksamen Leistungen.

Derzeit werden 10 Millionen Bausparverträge mit Hilfe von vermögenswirksamen Leistungen bespart. Die Arbeitnehmer-Sparzulage bietet dafür einen wichtigen Anreiz. Allerdings schrumpft seit Jahren der Kreis der Förderberechtigten. Viele Arbeitnehmer sind aus der Förderung „herausgewachsen“, obwohl sie real keinen Cent mehr in der Tasche haben. Damit wird eine erfolgreiche Fördermaßnahme  ausgetrocknet. Die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmer-Sparzulage wurden seit 18 Jahren nicht mehr verändert. Die Einkommensgrenzen sollten angehoben werden. 

Provisionen / LVRG 

Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) soll evaluiert werden. Trotz des weiterhin niedrigen Zinsniveaus ist es den Vermittlern und Beratern bislang gelungen, den Bestand an Lebensversicherungen zu stabilisieren. Die Lebensversicherer haben – wie von der Politik gewünscht – ihre Abschlussprovisionssätze abgesenkt. Das hat die Vermittler hart getroffen. Trotz aller Belastungen bleibt damit ein Produkt erhalten, dass den Verbrauchern jahrzehntelang gute Dienste geleistet hat. Darum wäre es sinnvoll den Vermittlern für ihre Einkommensverluste entgegenzukommen. Eine angemessene Vergütung muss auch sichergestellt sein, um eine hohe Beratungsqualität zu gewährleisten.

Eine zwingende Provisionsoffenlegung oder ein Provisionsverbot „durch die Hintertür“ ist nicht sinnvoll, da dies zu falschen Anreizen im Verbraucherverhalten führen würde.

Selbstständige

Eine Pflichtmitgliedschaft für Selbständige in der gesetzlichen Rentenversicherung ist nicht sinnvoll. Der Knackpunkt ist die diskontinuierliche Einnahmesituation von Selbstständigen. Dabei helfen flexible Altersvorsorgekonzepte, beispielsweise über Rürup- und Rentenversicherungen eher, als die starren Zahlungsmodalitäten der gesetzlichen Rentenversicherung. 

Onlinevertrieb 

Die Digitalisierung verändert unsere Wirtschaft und unser Leben nachhaltig und damit auch den Versicherungsvertrieb. Die Gleichbehandlung der Vertriebswege zwischen Onlinevertrieb und stationärem Vertrieb wurde in der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) festgeschrieben. Die Chancen der Digitalisierung dürfen nicht im Onlinevertrieb dazu missbraucht werden, eine Absenkung des Verbraucherschutzniveaus herbeizuführen. Die Gleichbehandlung der Vertriebswege darf nicht aufgeweicht werden. Ein Verzicht auf Beratung darf nur im Ausnahmefall und in Schriftform erlaubt sein.

Die Deutschlandrente

In regelmäßigen Abständen wird die Einführung eines staatlichen Vorsorgeproduktes diskutiert. Als Vorbild wird oft der norwegische Staatsfonds genannt. Dabei wird dieser durch Einnahmen aus dem Ölverkauf gespeist. Bei der Debatte wird übersehen, dass die Anforderungen der Bürger an ihre Altersvorsorge extrem heterogen sind. Ob eine verstaatlichte private Altersvorsorge wirklich geeignet ist, flexibel und passgenau Lösungen anzubieten, muss bezweifelt werden. Hinzu kommt, dass auch der norwegische Staatsfonds aktuell nur eine jährliche Rendite von 2,8 Prozent erzielt. Mit einem hohen Aktienanteil lassen sich höhere Renditen erzielen. Damit steigt aber auch das Risiko deutlich an.

Wie man es dreht oder wendet, ist es sinnvoller die bestehenden Angebote zur zusätzlichen Altersvorsorge zu verbessern, als auf einen hochriskanten Systemwechsel zu setzen.      


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