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Auf dem Parkett. Kleines Handbuch des weltläufigen Benehmens von Dr. Enrico Brissa

16.05.2018

Wissen schützt vor Unsicherheit. Das gilt für den Umgang miteinander und es gilt insbesondere im politischen Berlin, wo der regelmäßige Austausch zum Alltag gehört.


Viel detailliertes Wissen steckt in dem Buch von Dr. Enrico Brissa.   

Respekt

Für gutes Benehmen ist Respekt gegenüber anderen Personen erforderlich. „Respekt knüpft an die Würde jedes Menschen an. Es bedarf daher keiner besonderen Gründe für einen respektvollen Umgang.“ Damit ist eigentlich alles Wichtige gesagt. Nur wird diese Regel häufig missachtet. Das gilt nicht nur für die Debattenkultur im Internet, sondern auch für den Umgang im Alltag – zum Beispiel im Straßenverkehr.  

Anrede 

Die Verwendung korrekter Anreden ist offensichtlich so mühsam, dass sie bei der Verwendung von Chatprogrammen (von WhatsApp bis Slack) nicht mehr üblich ist. Von Personalexperten ist zu hören, dass qualifizierte Mitarbeiter in der Softwareentwicklung nur noch für eine Unternehmenskultur ohne Anreden zu bekommen sind. 

Damit ist auf dem Parkett kein Staat zu machen. Wer im politischen Berlin erfolgreich mit Menschen kommunizieren möchte, sollte sich die Mühe machen, korrekte Anreden zu verwenden. Das ist nicht mühsam. Das Bundesinnenministerium hat einen sehr guten Ratgeber erstellt. Dieser kann von der Website heruntergeladen werden. Brissa schildert sehr genau  den Einsatz von Anreden und Schlussformeln in unterschiedlichen Kontexten. 

In seinem Beitrag zur Konversation kritisiert er den Einsatz von „gegenderter“ Sprache. In diesem Kontext entstehen aber gerade zahlreiche neue interessante Fragestellungen. Transsexuelle sind im politischen Berlin und den Botschaften eine kleine Minderheit. Für gleichgeschlechtlich verheiratete, bzw. verpartnerte Männer und Frauen gilt das aber nicht.

Symbole und Rituale

Wie wichtig und effektiv Rituale für die Stiftung von Gemeinschaft und Struktur sein können, zeigen die großen Weltreligionen mit ihren Gebeten. Gleiches gilt für die Demokratie. Nur auf die Kraft von Fakten und Argumenten zu setzen, ist nicht ausreichend. Regelmäßig stattfindende Staatsbesuche sind ein Beispiel. Brissa berichtet, dass zu Zeiten der Weimarer Republik nur insgesamt drei Staatsbesuche stattgefunden haben. Das könnte neben anderen Aspekten zur fehlenden Identifikation der Bürger mit dem Staat beigetragen haben. Wie viel Kraft von Symbolen ausgehen kann, zeige die Trauer um Prinzessin Diana in Großbritannien.

Kleidung

Ein Thema, dass immer für viel Diskussionsstoff sorgt, ist die passende Kleidung. Hier hat es in den letzten Jahrzehnten viele Veränderungen gegeben. Immer noch präsent ist der erste Auftritt einer Frau im Hosenanzug im Bundestag im Jahr 1970. Aus heutiger Perspektive ist es schwer vorstellbar, dass es so lange gedauert hat. 

Dass einige Männer heute bei vielen offiziellen Anlässen auf eine Krawatte verzichten, um moderner und dynamischer wahrgenommen zu werden, ist nicht unbedingt ein Indiz für Stilsicherheit. Ob aber am Abend eine andere Krawatte getragen werden sollte als tagsüber, muss auch mit einem Fragezeichen versehen werden.        

Zum Buch 

Wer mehr über das Leben „auf dem Parkett“ erfahren möchte, dem sei das Buch von Brissa empfohlen. Auch wenn Menschen nur selten fest dazu verpflichtet sind, gesellschaftliche und protokollarische Regeln passgenau einzuhalten, erleichtert die Kenntnis dieser Normen einen selbstbewussten und sicheren Auftritt im politischen Berlin. Brissa (Leiter des Protokolls beim Deutschen Bundestag und ehemaliger Protokollchef des Bundespräsidialamtes) hat diese Regeln und viele Anregungen für ein gutes soziales Miteinander in seinem Buch „Auf dem Parkett. Kleines Handbuch des weltläufigen Benehmens“ aufgeschrieben.


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