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Auf dem Parkett – Lesung und Panel

31.05.2018

Es wurde über gutes Benehmen im politischen Berlin diskutiert.


Von links: Angela Marquardt, Dr. Enrico Brissa, Matthias Bannas und Vanessa Hungeling

Gesellschaftliche und protokollarische Regeln zu kennen, erleichtert einen selbstbewussten und sicheren Auftritt auf dem Parkett, gerade im politischen Berlin. Dr. Enrico Brissa (Leiter des Protokolls beim Deutschen Bundestag und ehemaliger Protokollchef des Bundespräsidialamtes) las im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zur Sache“ vom BDWi aus seinem Buch „Auf dem Parkett. Kleines Handbuch des weltläufigen Benehmens“ vor. Im Anschluss diskutierte er mit Vanessa Hungeling (Büro Bijan Djir-Sarai MdB) und Angela Marquardt (Büro Andrea Nahles MdB / Geschäftsführerin der Denkfabrik) über den Zusammenhang des Umgangs „auf dem Parkett“ mit politischen Kontroversen. BDWi-Bundesgeschäftsführer Ralf-Michael Löttgen begrüßte die 30 Gäste, die überwiegend in Büros von Bundestagsabgeordneten tätig sind. Matthias Bannas hat moderiert. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Agentur Adverb statt.

Auf die Kleidung kommt es an, oder?

Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte Brissa den großen symbolischen Wert von Kleidung. Aus diesem Grund habe Peter Altmaier bei den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen eine grüne Krawatte getragen, so Marquardt. Strittig war die Frage, wie einfach oder schwer es Frauen haben, sich passend zu kleiden. Hungeling wies darauf hin, dass Frauen oft für ihre Kleidung kritisiert werden, völlig unabhängig davon, was sie tragen. Das Problem haben Männer nicht. Eine Teilnehmerin widersprach, die Vielfalt der Möglichkeiten mache es Frauen einfacher, sich passend zu kleiden. 

Respekt

Beim Umgang der Menschen im öffentlichen Raum finden sich zahlreiche Beispiele für einen Mangel an Respekt. Soziale Normen seien einem kontinuierlichen Wandel unterworfen, erläuterte Brissa. So sei es früher sehr schwer gewesen, miteinander ins Gespräch zu kommen, ohne vorher einander vorgestellt worden zu sein. Auf dem Berliner Parkett sei es mittlerweile eher üblich, sich selbst vorzustellen. Hungeling und Marquard kritisierten das oft respektlose Auftreten von AfD-Vertretern im Bundestag. Ein Teilnehmer wendete ein, dass Parteien die neu im Bundestag sind, auch in der Vergangenheit häufig respektlos aufgetreten seien.

Gendergerechte Sprache

Gendergerechte Sprache auch bei der Konversation stets uneingeschränkt  zu verwenden, könne nach Ansicht von Brissa zu Lasten des Gesprächsflusses gehen. Die Verwendung korrekter Anreden bei öffentlichen Veranstaltungen ist ein wichtiges Gebot der Höflichkeit. Auch ließen sich die mit den Redebeiträgen intendierten Ziele nur schwer erreichen, wenn die Anreden falsch seien. 

Marquardt wies darauf hin, dass bei der SPD, der Linken und den Grünen besonders viel Mühe auf eine richtige Verwendung gendergerechter Sprache aufgewendet wird. Das sei für sie eine Frage des Respektes, denn Sprache reflektiert Denken. Für Hungeling persönlich hat das Thema  gendergerechte Sprache keine hohe Priorität. Sie teilt die Auffassung von Bannas, dass das Bundesinnenministerium einen sehr guten Ratgeber zu korrekten Anreden herausgegeben hat.      

Fazit

Nach der Diskussion über weltläufiges Benehmen sollte die Lektüre des Buches über weltläufiges Benehmen folgen. Wie groß das Interesse ist, wurde während und nach der Veranstaltung deutlich. Das Thema wurde ausgiebig von allen Beteiligten diskutiert.   


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